Motorflugpilot oder Motorflugpilotin werden
Die Welt von oben entdecken
Ein Flugzeug selbst zu steuern ist etwas ganz anderes, als nur Passagier zu sein.
Vom ersten Start an lernst du, ein Luftfahrzeug sicher zu beherrschen, Entscheidungen zu treffen, Wetter und Navigation richtig einzuschätzen und schließlich selbstständig zu anderen Flugplätzen zu fliegen.
Beim Flugsportverein Nagold kannst du die faszinierende Welt des Motorflugs und des Reisemotorsegelflugs kennenlernen.
Je nachdem, welche fliegerischen Ziele du hast, kommen unterschiedliche Ausbildungswege infrage:
LAPL(A) – Light Aircraft Pilot Licence
PPL(A) – Private Pilot Licence
oder – insbesondere in Verbindung mit dem Segelflug –
SPL mit TMG-Rechten – Sailplane Pilot Licence mit Touring Motor Glider
Unsere Fluglehrer begleiten dich Schritt für Schritt von den ersten Flugstunden bis zur Pilotenlizenz.
Ab welchem Alter kann ich Motorflugpilot werden?
Mit der Ausbildung kann grundsätzlich bereits vor Erreichen des Mindestalters für die Lizenz begonnen werden.
Wichtige Altersgrenzen im Motorflug sind:
- erster Alleinflug: frühestens mit 16 Jahren
- LAPL(A): Lizenzerteilung ab 17 Jahren
- PPL(A): Lizenzerteilung ab 17 Jahren
- SPL: Lizenzerteilung ab 16 Jahren
- bei Minderjährigen ist die Zustimmung der Sorgeberechtigten erforderlich
Du musst also nicht warten, bis du 17 Jahre alt bist, um mit dem Fliegenlernen zu beginnen.
LAPL(A) – die Light Aircraft Pilot Licence
Die LAPL(A) ist eine europäische Pilotenlizenz für den privaten Motorflug.
Sie eignet sich besonders für Pilotinnen und Piloten, die hauptsächlich privat mit einmotorigen Flugzeugen und Reisemotorseglern innerhalb des europäischen EASA-Luftfahrtsystems unterwegs sein möchten.
Was darf ich mit der LAPL(A) fliegen?
Mit den entsprechenden Rechten darfst du beispielsweise fliegen:
- einmotorige Kolbenflugzeuge – SEP
- Reisemotorsegler – TMG
Die Flugzeuge dürfen dabei eine höchstzulässige Startmasse von 2.000 kg nicht überschreiten.
Es dürfen maximal drei Passagiere mitgenommen werden, sodass sich höchstens vier Personen an Bord befinden.
Nach Erhalt der Lizenz müssen zunächst mindestens 10 Flugstunden als verantwortlicher Pilot – PIC – absolviert werden, bevor Passagiere mitgenommen werden dürfen.
Wie umfangreich ist die LAPL(A)-Ausbildung?
Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestausbildung umfasst mindestens:
30 Flugstunden
Darin enthalten sind unter anderem:
- Ausbildung mit Fluglehrer
- Alleinflüge
- Navigationsflüge
- Überlandflüge
- Start- und Landetraining
- Notverfahren
- Vorbereitung auf die praktische Prüfung
Die tatsächlich benötigte Flugzeit kann je nach persönlichem Lernfortschritt höher liegen.
Welches Medical brauche ich?
Für eine LAPL(A) ist grundsätzlich mindestens ein:
LAPL-Medical
erforderlich.
Natürlich kann auch ein höherwertiges Medical, beispielsweise Klasse 2, verwendet werden.
Für wen eignet sich die LAPL(A)?
Die LAPL(A) ist besonders interessant, wenn du:
- hauptsächlich privat fliegen möchtest
- Tages- und Wochenendausflüge unternehmen möchtest
- Deutschland und Europa aus der Luft entdecken möchtest
- Freunde oder Familie mitnehmen möchtest
- einmotorige Sportflugzeuge fliegen möchtest
- oder Reisemotorsegler interessant findest
Die LAPL(A) kann außerdem ein Einstieg in eine spätere PPL(A) sein.
PPL(A) – die Private Pilot Licence
Die PPL(A) ist die klassische Privatpilotenlizenz für Flugzeuge.
Sie bietet gegenüber der LAPL(A) umfangreichere Möglichkeiten und ist besonders interessant, wenn du dir für deine spätere fliegerische Entwicklung möglichst viele Optionen offenhalten möchtest.
Die PPL(A) basiert auf den internationalen ICAO-Lizenzstandards und ist damit auch für Pilotinnen und Piloten interessant, die später international fliegen möchten.
Was darf ich mit einer PPL(A) fliegen?
Mit der entsprechenden Klassenberechtigung kannst du beispielsweise:
- ein- un mehrmotorige Kolbenflugzeuge – SEP / MEP
- Reisemotorsegler – TMG
als verantwortlicher Pilot fliegen.
Die PPL(A) bildet außerdem eine sehr gute Grundlage für weitere Berechtigungen und Qualifikationen.
Wie umfangreich ist die PPL(A)-Ausbildung?
Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestausbildung umfasst mindestens:
45 Flugstunden
Darin enthalten sind unter anderem:
- mindestens 25 Stunden Ausbildung mit Fluglehrer
- mindestens 10 Stunden beaufsichtigter Alleinflug
- mindestens 5 Stunden Allein-Überlandflug
- Navigationsausbildung
- Start- und Landetraining
- Notverfahren
- Flugplanung
- ein vorgeschriebener längerer Allein-Überlandflug
Beim vorgeschriebenen Überlandflug werden mindestens 270 km beziehungsweise 150 NM geflogen. Dabei erfolgen vollständige Landungen auf zwei anderen Flugplätzen als dem Startflugplatz.
Die 45 Stunden sind eine gesetzliche Mindestanforderung. Die tatsächlich benötigte Ausbildungszeit richtet sich nach dem individuellen Ausbildungsfortschritt.
Welches Medical brauche ich?
Für die PPL(A) benötigst du mindestens ein:
Medical Klasse 2
Die flugmedizinische Untersuchung findet bei einem zugelassenen Fliegerarzt statt.
Eine Brille oder andere kleinere gesundheitliche Einschränkungen bedeuten übrigens nicht automatisch, dass du nicht Pilot werden kannst.
LAPL(A) oder PPL(A) – was ist der Unterschied?
Beide Lizenzen ermöglichen den Einstieg in den privaten Motorflug.
Vereinfacht dargestellt:
LAPL(A)
- Mindestalter für die Lizenz: 17 Jahre
- mindestens 30 Flugstunden
- LAPL-Medical ausreichend
- Flugzeuge und TMG bis 2.000 kg
- maximal drei Passagiere
- besonders auf den privaten europäischen Freizeitflug ausgerichtet
PPL(A)
- Mindestalter für die Lizenz: 17 Jahre
- mindestens 45 Flugstunden
- mindestens Medical Klasse 2
- international nach ICAO-Standards ausgerichtete Privatpilotenlizenz
- umfangreichere Möglichkeiten für spätere Berechtigungen und Erweiterungen
Welche Lizenz die richtige ist, hängt deshalb nicht nur vom Ausbildungsaufwand ab.
Entscheidend ist vor allem:
Was möchtest du später mit deinem Pilotenschein machen?
Motorsegler fliegen – auch mit dem SPL
Eine weitere besonders interessante Möglichkeit ist die:
SPL mit TMG-Rechten
SPL steht für:
Sailplane Pilot Licence
TMG bedeutet:
Touring Motor Glider – Reisemotorsegler
Damit verbindet sich die Welt des Segelflugs mit dem Motorflug.
Mit einem TMG kannst du eigenständig mit Motorkraft starten und ausgedehnte Überland- und Reiseflüge durchführen.
Und dann kommt das Besondere:
Sind die Wetterbedingungen geeignet, kann der Motor abgestellt werden und der Reisemotorsegler wird zum Segelflugzeug.
So lassen sich Motorflug und Segelflug auf faszinierende Weise miteinander verbinden.
Wer bereits Segelflieger ist, kann seine SPL entsprechend um TMG-Rechte erweitern.
Umgekehrt kann Erfahrung auf dem TMG später auch für einen weiteren Ausbildungsweg in Richtung LAPL(A) oder PPL(A) von Bedeutung sein.
Was brauche ich, um Pilotin oder Pilot zu werden?
Du musst weder Flugzeugmechaniker noch Mathematikgenie sein.
Wichtig sind vor allem:
- Interesse an der Fliegerei
- Verantwortungsbewusstsein
- Bereitschaft zu lernen
- regelmäßige Teilnahme an der Ausbildung
- ausreichende flugmedizinische Tauglichkeit
Hinzu kommen die formalen Voraussetzungen der jeweiligen Lizenz.
Dazu gehören beispielsweise:
- gültiges Medical
- erforderliche Zuverlässigkeitsüberprüfung
- theoretische Ausbildung
- praktische Ausbildung
- Theorieprüfung
- praktische Flugprüfung
- erforderliche Kenntnisse im Flugfunk
- bei Minderjährigen Zustimmung der Sorgeberechtigten
Was lernt man während der Ausbildung?
Fliegen ist sehr viel mehr als Starten, Kurven fliegen und wieder Landen.
Zur theoretischen Ausbildung gehören unter anderem:
- Luftrecht
- Aerodynamik
- allgemeine Luftfahrzeugkunde
- Meteorologie
- Navigation
- Flugplanung
- Flugleistung
- menschliches Leistungsvermögen
- betriebliche Verfahren
- Kommunikation und Flugfunk
Parallel dazu findet die praktische Ausbildung im Flugzeug statt.
Vom ersten Flug zum ersten Alleinflug
Am Anfang sitzt dein Fluglehrer selbstverständlich neben dir.
Du lernst unter anderem:
- das Flugzeug vorzubereiten
- Checklisten anzuwenden
- zu rollen
- zu starten
- Steig- und Sinkflug
- Kurven
- verschiedene Fluggeschwindigkeiten
- Platzrunden
- Anflug und Landung
- Verhalten bei besonderen Situationen
- Notverfahren
Mit zunehmender Erfahrung übernimmst du immer mehr Aufgaben selbst.
Und irgendwann kommt einer der Momente, den wohl kein Pilot vergisst:
Der erste Alleinflug.
Dein Fluglehrer steigt aus – und du startest das erste Mal alleine.
Danach geht es hinaus in die Welt
Nach den ersten Alleinflügen beginnt ein besonders spannender Teil der Ausbildung:
Navigation und Überlandflug.
Jetzt fliegst du nicht mehr nur rund um deinen Heimatflugplatz.
Du lernst:
- Flugstrecken zu planen
- Wetter zu beurteilen
- Lufträume zu berücksichtigen
- Navigationsverfahren anzuwenden
- Funkverkehr mit anderen Flugplätzen durchzuführen
- fremde Flugplätze anzufliegen
- den gesamten Flug selbstständig vorzubereiten und durchzuführen
Damit wird aus dem Fliegenlernen langsam echtes Reisen mit dem Flugzeug.
Was kann man mit einem Pilotenschein Spannendes machen?
Sehr viel.
Denn mit der bestandenen Prüfung endet die Fliegerei nicht.
Sie beginnt eigentlich erst.
Zu anderen Flugplätzen fliegen
Deutschland besitzt eine Vielzahl kleiner und großer Flugplätze.
Aus einem Sonntagsausflug kann plötzlich ein Flug zum Bodensee, auf die Schwäbische Alb oder in eine ganz andere Region werden.
Flugzeug vorbereiten, Route planen, starten – und kurze Zeit später an einem völlig anderen Ort landen.
Deutschland und Europa aus der Luft entdecken
Mit zunehmender Flugerfahrung werden auch größere Touren möglich.
Je nach Lizenz, Berechtigungen, Flugzeug und persönlicher Erfahrung können daraus beispielsweise Flüge werden:
- durch den Schwarzwald
- zum Bodensee
- entlang der Alpen
- quer durch Deutschland
- nach Frankreich
- nach Österreich
- in die Schweiz
- oder zu vielen weiteren europäischen Zielen
Aus dem Hobby Motorflug kann damit eine ganz besondere Art des Reisens werden.
Freunde und Familie mitnehmen
Eines der schönsten Erlebnisse ist es, die eigene Begeisterung für das Fliegen mit anderen zu teilen.
Wenn die jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind, kannst du Freunde und Familie mitnehmen.
Plötzlich sieht man die eigene Heimat aus einer völlig neuen Perspektive.
Mit dem Motorsegler Motorflug und Segelflug verbinden
Der Reisemotorsegler bietet noch einmal eine ganz eigene Art des Fliegens. Mit Motor kannst du unabhängig starten und dein Ziel anfliegen.
Findest du unterwegs geeignete Thermik:
Motor aus.
Und aus dem Motorflug wird Segelflug.
Gerade diese Verbindung macht den TMG für viele Pilotinnen und Piloten besonders reizvoll.
Und danach?
Eine Pilotenlizenz ist keine Sackgasse.
Je nach Lizenz und persönlichem Interesse kannst du dich später weiterentwickeln.
Mögliche weitere Schritte können beispielsweise sein:
- Nachtflugberechtigung
- zusätzliche Klassenberechtigungen
- Instrumentenflugberechtigungen
- Schleppberechtigungen
- TMG
- Segelflug
- Kunstflug
- Fluglehrerausbildung
- weiterführende berufliche Pilotenausbildung
Welche Möglichkeiten konkret offenstehen, hängt von der vorhandenen Lizenz und den jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen ab.
Fliegen lernen im Verein
Beim Flugsportverein Nagold findet die Ausbildung nicht anonym in einer großen kommerziellen Flugschule statt.
Unsere Fluglehrer engagieren sich im Verein und geben ihre Erfahrung an neue Pilotinnen und Piloten weiter.
Dabei lernst du nicht nur das Fliegen.
Du wirst Teil des gesamten Flugbetriebs und einer Gemeinschaft von Menschen, die dieselbe Leidenschaft verbindet.
Fliegen bedeutet schließlich nicht nur Technik.
Es bedeutet auch:
Verantwortung.
Teamarbeit.
Gemeinschaft.
Und natürlich jede Menge Spaß an der Fliegerei.
Welche Lizenz passt zu mir?
SPL mit TMG, LAPL(A) oder PPL(A)?
Du musst diese Entscheidung nicht treffen, bevor du überhaupt das erste Mal bei uns warst.
Sprich mit uns über deine Ziele. Möchtest du hauptsächlich privat in der Region fliegen?
Möchtest du mit Freunden und Familie Reisen unternehmen?
Interessiert dich besonders der Motorsegler?
Kommst du vielleicht bereits aus dem Segelflug?
Oder möchtest du dir möglichst viele Möglichkeiten für deine spätere fliegerische Entwicklung offenhalten?
Gemeinsam können wir besprechen, welcher Ausbildungsweg am besten zu deinen persönlichen Zielen passt.
Lust bekommen, selbst vorne links zu sitzen?
Dann komm bei uns vorbei und lerne den Flugsportverein Nagold kennen.
Schau dir unseren Flugbetrieb an, sprich mit unseren Fluglehrern und Piloten und erfahre aus erster Hand, wie die Ausbildung funktioniert.
Denn möglicherweise sitzt du beim nächsten Flug nicht mehr auf dem Passagiersitz.
Sondern selbst am Steuer.

